Archiv für die 'Beziehungsratschläge' Kategorie

lie­bes­kum­mer

 

Annika_2001 hat am 8÷11÷2003 gefragt:
mein freund und ich ha­ben uns vor 6 mo­na­ten nach 6 jah­ren be­zie­hung ge­trennt. haupt­grund für mich war, dass ich mich zu je­man­den an­de­ren hin­ge­zo­gen fühlte. doch der­je­nige weiss nichts da­von. nun musste ich be­grei­fen, dass was ich mir an ei­nem part­ner wün­sche mein ex­freund ver­kör­pert. manch­mal kommt diese ein­sicht zu spät. mein ex­freund und ich ha­ben im­mer noch ein sehr gu­tes ver­hält­nis, weil wir beide merk­ten wie wich­tig wir uns sind. wir schla­fen auch noch mit­ein­an­der, was na­tür­lich nicht so gut ist. er meint für ihn ist schluss, an­de­rer­seits sagt er mir, das er je­den tag an mich denkt und mich sehr lieb hat. er ist zu mir und zu sich selbst sehr wi­der­sprü­chig. ei­ner­seits will er mich se­hen, ob­wohl ich zu ihm meinte, dass ein ab­stand für mich bes­ser wäre. aber an­de­rer­seits sagt er mir es ist schluss und er ver­steht es nicht wa­rum ich auf ein­mal diese star­ken ge­fühle für ihn hege. ich weiss auch nicht wa­rum sie wie­der da sind. aber es hat mir ein­fach ge­zeigt, dass egal was war oder ist, er im­mer für mich da ist. er nimmt mich so wie ich bin, hat sehr viel ge­duld ge­habt, mich im­mer zum la­chen ge­bracht, egal wie es mir ging etc. ich war im­mer dar­auf be­dacht ei­gen­stän­dig und un­ab­hän­gig zu sein, weil ich glaubte kein mann könnte mei­nen an­sprü­chen ge­recht wer­den. ich muss zu­ge­ben ich bin ein sehr schwie­ri­ger und stu­rer mensch, aber er hat es im­mer ak­zep­tiert und hat sich im­mer um mich be­müht. z.b. be­män­gelte ich, dass er mir sel­ten blu­men ge­schenkt hat, heute weiss ich ein auf­mun­tern­des la­chen von ihm, war viel mehr wert. ich hatte viele schwere kri­sen zu be­wäl­ti­gen, aber er hat mich im­mer un­ter­stützt und zu mir ge­hal­ten. ich be­reue wirk­lich den tag an den wir uns ge­trennt ha­ben. für ihn war der tren­nungs­grund mein dis­tan­zier­tes und un­mög­li­ches ver­hal­ten. weil ich dachte, das der an­dere mich mehr in­ter­es­siert. aber ich will den gar­nicht mehr. auch wenn ich weiss,dass er was von mir möchte. nur wird kei­ner das ver­kör­pern, was mein ex­freund für mich ist. es ist schwer mit die­ser spä­ten ein­sicht le­ben zu müs­sen. sie se­hen es ist mir sehr wich­tig, rat ein zu­ho­len. nun meine frage, wie be­komme ich ihn zu­rück? na­tür­lich lasse ich ihn wei­tes­ge­hend in ruhe und kon­fron­tiere ihn nicht stän­dig mit mei­nen ge­dan­ken und ge­füh­len. aber ich be­reue so sehr die­sen schritt ge­macht zu haben

Daniel_heiniger hat am 9÷11÷2003 geantwortet
Liebe An­nika

Es gibt nichts an­de­res als Of­fen­heit und Ehr­lich­keit. Dir selbst als auch Dei­nen Mit­men­schen ge­gen­über.

Ihm machst Du die Sa­che ge­rade nicht ein­fach. Ich stelle mir vor, dass er ziem­lich ver­wirrt sein muss. Ei­ner­seits machst Du Schluss, weil Dich ein an­de­rer mehr in­ter­es­siert, aber gleich­zei­tig schläfst Du im­mer noch mit ihm. Das muss ihn doch ver­wir­ren und muss ihm weh tun. Mit die­sem Schmerz muss er selbst fer­tig wer­den.
 


Von Dei­ner Seite her sehe ich nichts an­de­res, als dass Du ihm rei­nen Wein ein­schen­ken musst. Über die Gründe des Schluss ma­chens vor 6 Mo­na­ten, als auch über die Er­kennt­nisse, die Du seit­her ge­won­nen hast. Viel­leicht, aber nicht mit Si­cher­heit, ist es mög­lich, die Be­zie­hung zum Ex wie­der neu auf­zu­bauen. Nor­ma­ler­weise würde ich sa­gen, dass man das Ver­gan­gene ver­gan­gen las­sen soll. Was vor­bei ist, ist vor­bei, und in die Zu­kunft schauen bringt mehr als an Ver­gan­ge­nem fest­hal­ten. Ich habe aber selbst die Er­fah­rung ge­macht, dass es mög­lich ist, schwie­rige Si­tua­tio­nen zu über­win­den und wie­der ei­nen Weg zu­ein­an­der fin­den zu kön­nen.


Ich habe mich vor zwei Jah­ren selbst von mei­ner Frau ge­trennt, weil ich dachte, sie nicht mehr aus­hal­ten zu kön­nen. Nach ei­ner mehr­mo­na­ti­gen an­de­ren Liebe kam ich zur Er­kennt­nis — und da­bei hat mir diese Frau auch ge­hol­fen — dass ich die Be­zie­hung zu mei­ner Frau gar nicht wirk­lich be­en­den will. Wir be­we­gen uns jetzt wie­der auf­ein­an­der zu, be­su­chen uns meist am Wo­chen­ende, und über­le­gen so­gar, wie­der eine ge­mein­same Woh­nung zu neh­men. Dass das mög­lich wurde, er­for­derte, dass ich mich in­ten­siv mit mir selbst und mei­nen Wün­schen aus­ein­an­der­setzte, un­ter an­de­rem auch in ei­ner The­ra­pie. Eben­falls war der Wille not­wen­dig, dass beide Sei­ten über ih­ren Schmerz und ihre Wün­sche re­den konn­ten.


Des­halb mein Hin­weis an Dich: Ja! Gib nicht auf! Ihn “wei­test­ge­hend in Ruhe” zu las­sen und nicht “stän­dig mit mei­nen Ge­dan­ken und Ge­füh­len” zu kon­fron­tie­ren ist ei­ner­seits löb­lich, weil Du ihn of­fen­bar nicht über­for­dern willst, an­de­rer­seits ist wohl ge­nau das not­wen­dig: Dass Du Deine Ge­dan­ken und Ge­fühle so of­fen und ehr­lich wie mög­lich aus­sprichst / auf­schreibst und ihm mit­teilst. Da­bei sollte ein Dia­log ent­ste­hen, in­dem beide Sei­ten gleich­viel An­recht ha­ben dar­auf, eben­diese Ge­dan­ken und Ge­fühle aus­spre­chen zu dür­fen. Na­tür­lich wirst Du es Dir ge­fal­len las­sen müs­sen, dass er Dir Vor­würfe macht, dass er Dir sei­nen Schmerz vor­hält. Da Du das ver­ur­sacht hast, ist das nichts als Ge­recht. Da­mit musst Du um­ge­hen kön­nen.


Wenn das mög­lich ist, und beide wirk­lich be­reit sind, auf­ein­an­der ein– und zu­zu­ge­hen, dann ist eine neue An­nä­he­rung mög­lich.


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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Erstellt am Samstag, der 8. November 2003
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ex


Aka­sha hat am 8÷11÷2003 gefragt:
Ich habe ein Pro­blem das mich nicht los­lässt; Mein Ex hat im Juni mit mir schluss ge­macht weil er mich nicht mehr liebte. Da­mals war ich am Bo­den zer­stört, da ich ihn noch liebte u weil ich sonst schon keine ein­fa­che zeit vor mir hatte. er hat mir da­mals ver­spro­chen trotz­dem im­mer für mich da zu sein. doch das war er na­tür­lich dann nicht, ich hätte ihn ein­fach sehr ge­braucht, nicht un­be­dingt als freund, son­dern ein­fach als gu­ten kol­le­gen der für mich da ist. ich fing ihn dan an zu has­sen, weil es schien als hätte er die 10 mo­nate ein­fach ver­ges­sen, er hatte auch 2monate spä­ter wie­der eine freun­din. jetzt weiss ich ei­gentli das es das beste war das er schluss ge­macht hat, weil wir nie zu­ein­an­der ge­passt ha­ben und ich mich ihm sehr an­ge­passt habe, mit an­de­ren wor­ten ich habe zt mich selbst auf­ge­ge­ben und war nicht mehr das freche,coole girl das ich vor ihm war. ich liebe ihn auch nicht mehr und würde nie mehr mit ihm et­was an­fan­gen, aber trotz­dem muss ich oft an ihn den­ken (es er­in­nern mich sehr viele dinge an ihn) und über­lege wie er es wohl mit sei­ner Neuen hat (ob er wohl man­che dinge mit ihr auch macht, die er mit mir ge­macht hat, etc.) und wieso er so mies zu mir ge­we­sen ist.. ich möchte aber diese ge­dan­ken gar nicht ha­ben, ich möchte ihn ein­fach ver­ges­sen, ihn aus mei­nem kopf ver­ban­nen! aber wie ich das tun soll weiss ich nicht und ich weiss nicht ob ich ihm schrei­ben sollte um ihm zu sa­gen was für ei­ner er ist..

Daniel_heiniger hat am 9÷11÷2003 geantwortet
Liebe Aka­sha

So sehr wir uns auch wün­schen, die Ver­gan­gen­heit un­ge­sche­hen und ver­ges­sen zu ma­chen — es geht nicht. Schliess­lich sind wir zu dem ge­wor­den, was wir heute sind, in­dem wir un­sere ei­gene Ver­gan­gen­heit durch­lebt ha­ben und nicht an­ders. Wäre sie nicht ge­we­sen, wä­ren wir ein an­de­rer Mensch.

So, und nach die­sen eher phi­lo­so­phi­schen Über­le­gun­gen zu eher prak­ti­schen Din­gen: Wie kann ich Dir hel­fen, ihn zu ver­ges­sen? Ich fürchte, das kann ich nicht. Darum geht es auch nicht. Er wird im­mer ein Teil Dei­ner Ver­gan­gen­heit sein. Ich denke, das ein­zige, was Du tun kannst, ist, Dir selbst und an­de­ren ge­gen­über ehr­lich sein, und Deine Ge­dan­ken und Ge­fühle wahr­zu­neh­men und aus­zu­spre­chen. Viel­leicht nie­der­zu­schrei­ben. Führst Du Ta­ge­buch? Ein Brief an ihn kann eben­falls hilf­reich sein. Al­ler­dings sollte er im Be­wusst­sein ver­fasst wer­den, dass er nicht ant­wor­ten muss und wird. Du willst ihm ein­fach mit­tei­len, was Du ihm zu sa­gen hast. Ein Mo­no­log also. Und mög­li­cher­weise ver­fasst Du den Brief und schickst ihn am Ende gar nicht ab. Weil es ge­nügt, dass Du Dir klar­ge­wor­den ist, was Deine Bot­schaft an ihn ist. Und dann kannst Du Dich neuen Din­gen in Dei­nem Le­ben zu­wen­den. Im Be­wusst­sein, dass Du die­sel­ben Feh­ler nicht noch ein­mal be­ge­hen willst (und viel­leicht trotz­dem tust, aber das kannst Du dann mit Hu­mor neh­men).


Ge­dan­ken nicht ha­ben zu wol­len funk­tio­niert nicht. Wenn man sie hat, dann hat man sie. Punkt.


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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seit 2 wo­chen ist mein freund in eine an­dere verknallt


Kit­kat hat am 26/10/2003 gefragt:
Sehr ge­ehr­ter Herr Heininger,
Ich heisse cat, bin 25 und ver­zwei­felt. Mein Freund heisst Pas­cal (34), er hat vor zwei Wo­chen mit mir Schluss ge­macht und hat am dar­auf­fol­gen­den Wo­chen­dende mit ei­ner an­de­ren ge­schla­fen, die er übers In­ter­net ken­nen­ge­lernt hat. Wir ha­ben ge­mein­sam ein zwei­ein­halb­jäh­ri­ges Kind und ich liebe den rai­ner über alle mas­sen. Aber er sagt er liebt mich nicht mehr. Er mag mich ja, aber mehr nicht sagt er. Aber da­bei spüre ich, dass er noch was für mich emp­fin­det. Was soll ich tun, ich möchte ihn auf je­den fall wie­der zu­rück. Die Neue hat auch ein kind und er hat zu­sätz­lich zwei kin­der aus vor­her­ge­gan­ge­nen Be­zie­hun­gen. Heute ha­ben wir sei­nen Sohn aus sei­ner 2. Be­zie­hung da­ge­habt und al­les ver­lief ganz har­mo­nisch. Ge­rade jetzt wo wir sich so gut ein­ge­spielt ha­ben darf er mich nicht verlassen.
Ich habe auch ei­nen gros­sen Feh­ler ge­macht, den ich zu­ge­ge­ben hab, als er mit mir Schluss ge­macht hat. Denn ich habe im Mai 2003 auf ei­ner Party ei­nen Ty­pen ken­nen­ge­lernt. Da war aber gar nix. Rai­ner und ich wa­ren im Juni auf ur­laub und seit die­sem konnte ich nur mehr an den Ty­pen von der party den­ken und hab nicht mehr mit dem rai­ner ge­schla­fen. ich war ja so dumm. da­für habe ich sport ge­macht und mich wie­der her­aus­ge­putzt nach 2 jah­ren zu­hause beim kind.
der rai­ner sagt, es ist jetzt zu spät, wenn ich vor ei­nem mo­nat noch ge­kom­men wäre, wäre es kein pro­blem ge­we­sen. aber jetzt hat er diese an­dere ken­nen­ge­lernt und gleich mit ihr ge­schla­fen. ich habe nach­rich­ten auf sei­nem Handy ge­fun­den ( muss da­zu­sa­gen, dass er mich näch­te­lang im un­ge­wis­sen liess, ein­fach nicht da war) sms wo sie schreibt sie will end­lich wie­der sex. und er zu­rück: na warte das nächste mal wirst du gar nicht mehr pis­sen ge­hen kön­nen da brauchst du ei­nen keuschheitsgürtel…
was soll ich nur tun? ich liebe nur ihn und er ist der va­ter mei­nes kindes.
Ich will ihn un­be­dingt wie­der zurück!
Vie­len Dank für die Ant­wort. MfG cat

Daniel_heiniger hat am 28/10/2003 geantwortet
Liebe cat

Ich bin et­was ver­wirrt von Dei­ner An­frage. Kann es sein, dass Du selbst auch et­was ver­wirrt bist? :-)

Heisst Dein Freund Pas­cal oder Rai­ner? Sind das zwei ver­schie­dene Per­so­nen oder ein und die­selbe? Wie passt das zu­sam­men, dass ihr vor zwei Wo­chen Schluss ge­macht habt, und ihr “heute […] sei­nen Sohn aus sei­ner 2. Be­zie­hung da­ge­habt” habt.

Ab­ge­se­hen da­von er­scheint mir die ganze Si­tua­tion ziem­lich ver­zwickt. Ver­stehe ich das rich­tig: Dein Freund hatte

 – 1. Be­zie­hung, ein Kind (Ehe?)

 – 2. Be­zie­hung, ein Kind (Ehe?)

 – Be­zie­hung mit Dir, ein Kind

 – jetzt neue Freun­din (mit Kind)

Für Dich ist er der erste ernst­hafte Freund, und Du hast ein Kind mit ihm. Bloss bist Du ein­mal fremd­ge­gan­gen und hast das Dei­nem Freund auch zu ver­ste­hen ge­ge­ben (nicht mehr mit ihm ge­schla­fen).


Mir scheint, dass der gute Mann ent­we­der ziem­lich un­reif oder ver­ant­wor­tungs­los oder bei­des ist. Da er of­fen­sicht­lich ein “Flip­per­kas­ten” ist, der sich gerne zu (mehr oder we­ni­ger) spon­ta­nen Ak­tio­nen hin­reis­sen lässt, ist er wohl nicht der ver­läss­li­che Part­ner und Va­ter, den Du Dir für Dich und Dein Kind wün­schen wür­dest. Von da­her würde ich mir das ernst­haft über­le­gen, ob Du wirk­lich Dein Herz und Deine En­er­gie in ei­nen Mann in­ves­tie­ren willst, den Du mög­li­cher­weise eh nicht auf Dauer wirst hal­ten kön­nen, so­fern er nicht ei­nen mas­si­ven Ent­wick­lungs­schub durch­macht und seine Ver­ant­wor­tung ernst zu neh­men be­ginnt (ich würde am liebs­ten di­rekt mit ihm re­den, aber das wird kaum mög­lich sein).


Ich kann Dir nicht sa­gen, was Du tun sollst. Mein wich­tigs­ter Tipp wäre, ihm nicht hin­ter­her­zu­schnüf­feln (lass sein Handy in Ruhe!). Das ver­gif­tet nur das Klima und hilft Dir nicht wei­ter. An­sons­ten, wenn Du ihn wirk­lich willst, dann kannst Du mei­ner be­schei­de­nen Mei­nung nach nicht viel mehr tun, als ihm das im­mer wie­der (aber nicht je­den Tag, bitte) zu zei­gen, ihm of­fen und ehr­lich zu sa­gen, wie es Dir geht, was Du fühlst, was Du von ihm willst, wie Du Dir die Zu­kunft vor­stellst. Und Du brauchst viel Ge­duld und Kraft. Er muss sich dann ent­schei­den, und mög­li­cher­weise braucht er da­für viel Zeit. Der ein­zige Ent­scheid, den Du al­lein fäl­len kannst, ist, das Le­ben in Zu­kunft ohne ihn zu füh­ren und die Hoff­nung auf­zu­ge­ben. Den Ent­scheid, die Part­ner­schaft fort­zu­füh­ren und auf­zu­bauen, den könnt ihr nur ge­mein­sam fäl­len, da bist Du von ihm ab­hän­gig. Und, ich be­fürchte, dass er die­sen Ent­scheid nicht zu fäl­len ge­willt ist, be­vor ihm nicht be­wusst ge­wor­den ist, was Ver­ant­wor­tung be­deu­tet und wie er sie wahr­neh­men will.


Tut mir leid für den eher ne­ga­ti­ven Be­scheid.


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel Hei­ni­ger (kein ng)

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Erstellt am Sonntag, der 26. Oktober 2003
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frage


Ja­nick hat am 20/10/2003 gefragt:
ich bin völ­lig fer­tig, ei­gend­lich wollte ich das ein­fach run­ter­schlu­cken, aber es macht mich fer­tig: als ich am sa zum ers­ten mal mit mei­ner freun­din ge­sc­gla­fen habe, wurde si nach ei­ni­ger zeit ohn­mäch­tig und war etwa eine halbe stunde weg, bis ich si mit was­ser weckte, si ist jetz wü­tend auf mich und re­det nicht mehr mit ihr, aber ich habe ja nichts ge­macht, was sie nicht wollte, ist das wirk­lich meine schuld?

Daniel_heiniger hat am 21/10/2003 geantwortet
Hallo Ja­nick

Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Ich nehme jetzt mal an, dass der Sex im ge­mein­sa­men Ein­ver­ständ­nis statt­ge­fun­den hat. Dann ist da­von aus­zu­ge­hen, dass es nicht ein­fach Deine Schuld ist.


Was ge­nau die Ur­sa­chen sind, dar­über müss­tet Ihr Euch ge­mein­sam un­ter­hal­ten. Sie müsste be­reit sein, of­fen und ehr­lich dar­über zu re­den, wie es ihr er­ging, was sie da­bei fühlte. Und du na­tür­lich auch.


War es über­haupt ihr ers­tes Mal Sex? War sie noch Jung­frau? Dann könnte es ihre über­stei­gerte Er­war­tung und even­tu­ell Angst vor der Ent­jung­fe­rung ge­we­sen sein. An­sons­ten weiss ich es nicht, da müsste, wie ge­sagt, sie schon sel­ber et­was dazu sa­gen.


Falls so­was nicht zum ers­ten Mal vor­kommt, oder even­tu­ell so­gar über­haupt, emp­fiehlt sich viel­leicht ein Be­such beim Arzt oder Frau­en­arzt. Mög­li­cher­weise kann der et­was dazu sa­gen.


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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Erstellt am Montag, der 20. Oktober 2003
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ver­bo­tene liebe


Yolanda4 hat am 7÷10÷2003 gefragt:
hallo da­niel
ich weiss nicht ob ich die vie­len ge­fühls­wir­ren und ge­dan­ken­gänge die in mei­nem kopf um­her­schwir­ren in ein paar sät­zen nie­der­schrei­ben kann. ich (37), seit 13 jah­ren mit ei­nem auf­merk­sa­men, ge­fühl­vol­len, bo­den­stän­di­gen mann ver­hei­ra­tet, sollte ei­gent­lich glück­lich sein, da es mir an nichts man­gelt. trotz al­le­dem habe ich mich vor ei­ni­ger zeit in mei­nen bes­ten freund (den ich auch seit 10 jah­ren kenne) ver­liebt. es ist als ob un­sere freund­schaft über die jahre ein­fach feuer ge­fan­gen hat. zu spät habe ich be­merkt, wie tief die spur durch mein herz be­reits ist. habe ver­sucht mich zu­rück­zu­zie­hen und zu ver­ges­sen wie an­ste­ckend sein la­chen ist und wie wohl­tu­end seine nähe. er hält jede zelle in mir be­setzt. was soll ich bloss tun?
yo­landa

Daniel_heiniger hat am 8÷10÷2003 geantwortet
Liebe Yo­landa

Diese Frage be­schäf­tigt die Phi­lo­so­phen und vor al­lem die Schrift­stel­ler seit Jahr­hun­der­ten. Und ich kann sie ei­gent­lich auch nur phi­lo­so­phisch be­ant­wor­ten. Wer bin ich denn, als dass ich Dir auf­grund der paar Zei­len ei­nen kon­kre­ten Rat­schlag er­tei­len könnte…?

Es ist so die Frage nach dem al­ten Sprich­wort: Was will ich lie­ber? Den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach?


Du könn­test zum Bei­spiel ab­wä­gen, die bei­den Män­ner und ihre Qua­li­tä­ten ge­gen­ein­an­der auf­rech­nen. Und da­bei auch die Fak­to­ren Si­cher­heit, emo­tio­nale Für­sorge und Sta­bi­li­tät mit ein­be­zie­hen. Oder aber Du folgst Dei­nem Her­zen, oder Dei­ner Seele, was durch­aus nicht das­selbe ist. Oder aber Du stellst Dir die Frage, mit wel­chem von den bei­den Män­nern Du gerne alt wer­den möch­test.


Letzt­end­lich ist es egal, wel­che Ent­schei­dung Du triffst. Es führt al­ler­dings kein Weg daran vor­bei, dazu zu ste­hen, die Ver­ant­wor­tung da­für zu über­neh­men und den Kon­se­quen­zen nicht aus dem Weg zu ge­hen. Al­les an­dere wäre ver­lo­gen und Dei­ner Selbst­ach­tung ab­träg­lich.


Wenn Du Dich al­ler­dings für den ei­nen oder an­de­ren ent­schie­den hast, dann wün­sche ich Dir, dass Du Dich in Zu­kunft auf die­sen be­son­de­ren Mann ein­las­sen kannst. Voll und ganz. Dass Du die emo­tio­nale Nähe zu ihm und die see­li­sche Ver­bun­den­heit mit ihm suchst und pflegst. Das be­deu­tet dann al­ler­dings auch wie­derum, dass Du Dir keine neuen “Ne­ben­be­zie­hun­gen” auf­baust, auch wenn es “nur” Freund­schaf­ten sind, weil, wie Du siehst, kann aus so et­was un­ver­hofft mehr wer­den. Das kannst Du be­ein­flus­sen. In­dem Du be­wusst im­mer wie­der die Ent­schei­dung für den ge­wähl­ten Part­ner wählst. Und all­zu­grosse emo­tio­nale Nähe zu an­de­ren Män­nern gar nicht zu­lässt. Al­les an­dere wäre rea­li­täts­fremd und bringt Dich nur im­mer wie­der in die Bre­doul­lie. Wenn Du emo­tio­nale Nähe zu an­de­ren Men­schen brauchst aus­ser­halb der Ehe (was na­tür­lich nichts als nor­mal ist) dann (so meine Emp­feh­lung) halte Dich ans ei­gene Ge­schlecht. Baue Dir ei­nen Kreis von Freun­din­nen auf, mit de­nen Du Dich gerne triffst, mit de­nen Du über al­les re­den kannst.


Ei­gent­lich möchte ich Dir aber noch sa­gen, dass ich es be­dau­ern würde, wenn Du die be­ste­hende lang­jäh­rige Be­zie­hung mit dem “auf­merk­sa­men, ge­fühl­vol­len, bo­den­stän­di­gen Mann”, bei der es Dir “an nichts man­gelt” ein­fach so be­en­den wür­dest. Der Hin­weis, dass Du Dich “ei­gent­lich glück­lich” füh­len soll­test, macht mich dar­auf auf­merk­sam, dass dort et­was fehlt. Hast Du Dich schon ge­fragt, was das ist? Mir fällt spon­tan das Wort “Lei­den­schaft” ein. Könnte die­ser Man­gel nicht be­ho­ben wer­den? Die Lei­den­schaft wie­der­be­lebt wer­den? Auf­grund mei­ner ei­ge­nen Er­fah­rung (ich bin eben­falls seit 13 Jah­ren ver­hei­ra­tet) kann ich Dir be­stä­ti­gen, dass die Lei­den­schaft nach ein paar Jah­ren ab­flaut. Dass es be­son­dere Hin­gabe und Auf­merk­sam­keit braucht, sie wie­der auf­le­ben zu las­sen. Lei­der ist das ge­nau das, wor­über man in kei­nem Rat­ge­ber et­was nach­le­sen kann. Was in al­len ro­man­ti­schen Fil­men und Bü­chern im­mer aus­ge­klam­mert wird. Hier sind wir alle echt auf uns al­lein ge­stellt. Wir müs­sen uns selbst auf un­be­kann­tes Ter­ri­to­rium vor­wa­gen. Neue Dinge aus­pro­bie­ren. Mut fas­sen. Mit dem Part­ner dar­über re­den, was wir wol­len, was wir wün­schen, was un­sere Sehn­süchte sind. Das ist nicht ein­fach, und die Lö­sung fällt uns nicht in den Schoss. Aber ich kann Dir sa­gen, und Du weisst das ei­gent­lich auch selbst: Es lohnt sich. Am Ende des Tun­nels, oder auch schon un­ter­wegs, war­tet eine in­ni­gere und tie­fere Be­zie­hung auf uns, die noch er­fül­len­der ist, als al­les, was wir uns vor­stel­len kön­nen. Of­fen­heit, Ehr­lich­keit, Be­harr­lich­keit sind der Schlüs­sel zum Er­folg. Und Aus­sen­be­zie­hun­gen sind da­bei nur stö­rend, len­ken uns ab vom We­sent­li­chen, auch wenn die Ver­su­chung gross ist und es dort viel leich­ter zu fal­len scheint.


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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Erstellt am Dienstag, der 7. Oktober 2003
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Ver­stehe ihn nicht!


Al­lina hat am 19÷9÷2003 gefragt:
Gu­ten Abend Daniel
Ich bin völ­lig rat­los. Als ich noch ei­nen Freund hatte, hat mein bes­ter Kol­lege mir seine Zu­nei­gung ge­stan­den. Im­mer wenn wir zu­sam­men wa­ren, hat es ge­knis­tert. Er ist und war schon im­mer mein nicht er­reich­ba­rer Traum­mann und ich habe mich na­tür­lich auch wie­der in Ihn ver­liebt und habe mit mei­nem Freund Schluss ge­macht. Als er dies er­fah­ren hat, sagte er er glaube er habe sich in et­was rein­ge­stei­gert und hätte Angst vor ei­ner Be­zie­hung. Gut, habe ich ak­zep­tiert und ge­sagt, wir ge­ben uns noch et­was Zeit. Eine Wo­che spä­ter wolle er aber keine Zeit mehr, son­dern so­fort mit mir zu­sam­men sein. Eine Wo­che spä­ter war er sich aber wie­der nicht so si­cher und sagte wir sol­len doch bei der pla­to­ni­schen Freund­schaft blei­ben. (wir sind seit 10 Jah­ren befreundet)Für mich ist diese ganze Si­tua­tion so ver­zwickt. Da wir jetzt wie­der “nur” Freunde sind, sind wir wie­der of­fe­ner, ge­lös­ter al­ler­dings knis­tert es doch zwi­chen uns. Er meint aber, dass sein nur eine pla­to­ni­sche Liebe, ich sei zwar at­trak­tiv und ero­tisch für Ihn, al­ler­dings sei ich ihm so nah wie eine Schwes­ter also se­xuel una­trak­tiv. Kön­nen Sie Ihn ver­ste­hen? Gibt es noch eine Chance für mich? Oder muss ich Ihn mir aus dem Kopf schla­gen? Muss dazu sa­gen, dass er noch nie eine lange Be­zie­hung hatte (25 Jahre), hat er Angst? Liebt er mich viel­leicht wie eine Schwes­ter? Herz­li­chen Dank für Ihre Ant­wort. Freund­li­che Grüsse

Daniel_heiniger hat am 20÷9÷2003 geantwortet
Liebe Al­lina

Ich weiss nicht so recht, was das heis­sen soll, eine Frau wie eine Schwes­ter zu lie­ben. D.h. ich ver­stehe zwar schon, was er meint, aber für mich gibt es das nicht. Ich habe noch nie eine Frau “ge­liebt wie eine Schwes­ter”, will heis­sen, meine Zu­nei­gung zu Frauen hat ei­gent­lich im­mer auch die se­xu­elle Kom­po­nente. Das hat mich zwar im­mer wie­der in er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten ge­bracht, aber so wie Dein pla­to­ni­scher Freund es be­schreibt kenne ich das nicht.

Wenn ich als Mann mit ihm re­den würde, dann würde ich ihm sa­gen, er solle die Aus­re­den sein las­sen und ehr­lich dazu ste­hen, dass er schlicht­weg ein Angst­hase ist und dass es die Angst vor Be­zie­hun­gen ist, die ihn im­mer wie­der in die Flucht treibt, ob­wohl er Frauen doch sehr at­trak­tiv fin­det. Und gleich­zei­tig würde ich ihm sa­gen, dass seine Art, sich Frauen ge­gen­über zu ver­hal­ten (wech­selnd zwi­schen an­zie­hend und ab­stos­send) die­sen ge­gen­über eine Frech­heit ist. Dass er wohl noch nicht reif sei für eine ernst­hafte Be­zie­hung und dass er sich sol­ches am Bes­ten für die nächs­ten paar Jahre aus dem Kopf schla­gen solle. Dass es aber durch­aus Mit­tel und Wege gebe, seine Be­zie­hungs­fä­hig­keit zu er­hö­hen. Bei­spiels­weise se­riöse Män­ner­work­shops, wie sie etwa von http://www.projektb.ch an­ge­bo­ten wer­den.


Das würde ich als Mann zu ihm sa­gen. Ich bin al­ler­dings nicht si­cher, ob Du als Frau und po­ten­ti­elle Ge­liebte ihm das sa­gen soll­test. Ob es an­ge­mes­sen ist für Dich, das zu sa­gen. Al­ler­dings kenne ich den Bur­schen nicht und des­halb habe ich keine Ge­le­gen­heit dazu, es ihm selbst zu sa­gen. So wirst Du wohl oder übel die­sen Part über­neh­men müs­sen.


Ob es für Dich eine Chance gibt oder ob Du ihn Dir aus dem Kopf schla­gen soll­test, kann ich na­tür­lich nicht ein­deu­tig be­ant­wor­ten. Wie Du oben ge­se­hen hast, halte ich seine La­men­tie­re­rei von we­gen “wie eine Schwes­ter” für Bock­mist. Er ist al­ler­dings of­fen­sicht­lich noch nicht reif für eine ernst­hafte, tiefe Be­zie­hung. Wenn er Dir also wirk­lich so wich­tig wäre, dann müss­test Du wohl viel Ge­duld auf­brin­gen und ihn zu sei­nen nächs­ten Ent­wick­lungs­schrit­ten er­mu­ti­gen, be­vor er dann zu ei­ner Part­ner­schaft reif wäre. Das kann aber dau­ern. Bis zu meh­re­ren Jah­ren. Ob Du das willst, musst Du selbst ent­schei­den. Falls nicht, ja, dann schlag ihn Dir aus dem Kopf und schaue Dich bes­ser nach ei­nem an­de­ren Mann um, der auch Dich “wie eine Frau” liebt, nicht “wie eine Schwes­ter”. Sol­che Män­ner gibts!


Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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Erstellt am Freitag, der 19. September 2003
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ich liebe mei­nen ex im­mer noch, wie be­komme ic…

 

Uhu­ura hat am 24÷8÷2003 gefragt:
  ich liebe mei­nen ex im­mer noch ‚wie be­komme ich ihn zurück?

Daniel_heiniger hat am 5÷9÷2003 geantwortet
  Da müss­test Du schon et­was mehr er­zäh­len über Dich, Dei­nen Ex, über die Be­zie­hung, die ihr hat­tet, und über die Ur­sa­chen der Tren­nung so­wie die Art des auseinander-gehens. Dann er­zähle ich Dir gerne, was ich da­von denke und kann Dir den ei­nen oder an­de­ren Rat­schlag ge­ben.

Herz­li­che Grüsse

 – Da­niel

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Erstellt am Sonntag, der 24. August 2003
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