Spar­sam Au­to­fah­ren: So gehts!

Ich wollte schon lange mal ei­nen Ar­ti­kel zum Thema spar­sa­mes Au­to­fah­ren schrei­ben. Ich er­in­nere mich, dass ich dazu nur sel­ten et­was in der Ta­ges­zei­tung ge­le­sen habe. An­ge­sichts der jüngs­ten Ex­plo­sion der Treib­stoff­preise möch­ten wir gerne den Ver­brauch so nied­rig wie mög­lich hal­ten. Dies hilft nicht nur un­se­rem Geld­beu­tel, son­dern auch der Um­welt. We­gen letz­te­rem fahre ich seit Jah­ren so, wie ich es im Fol­gen­den be­schreibe. Ge­le­gent­li­che Aus­rut­scher auf Deut­schen Au­to­bah­nen seien mir verziehen…

  • Mo­tor nicht warm­lau­fen lassen
  • Im Still­stand Mo­tor ausschalten
  • Beim Be­schleu­ni­gen Voll­gas ge­ben und Gänge überspringen
  • Mög­lichst ho­hen Gang benutzen
  • Aus­rol­len las­sen statt bremsen
  • Nicht mit dem Mo­tor bremsen
  • Rei­fen­druck kontrollieren
  • Rechts fah­ren!


Der erste wich­tige Ver­lust­fak­tor ist, dass es die Tech­nik nicht schafft, ein Per­pe­tuum Mo­bile zu bauen. Im Ide­al­fall würde die ge­samte En­er­gie, die durch die Ver­bren­nung des Treib­stoffs frei wird, in vor­wärts­trei­bende ki­ne­ti­sche En­er­gie um­ge­setzt. Falls das An­triebs­sys­tem op­ti­mal ge­baut wäre, dann hät­ten wir be­reits das spar­samste Sys­tem in Hän­den. Dem ist aber lei­der nicht so: Es geht En­er­gie in Form von Wärme ver­lo­ren (des­halb das Kühl­sys­tem), aber auch in Form von Ver­schleiss und Rei­bungs­ver­lus­ten in Kupp­lung, Ge­triebe, La­ger, die letzt­lich auch wie­der in Form von Wärme an die Um­ge­bung ab­ge­ge­ben wer­den. Die­sen Ver­lust­fak­tor kön­nen wir durch un­ser Fahr­ver­hal­ten nur leicht beeinflussen.

Der zweite we­sent­li­che Ver­lust­fak­tor ist der, dass das sich be­we­gende Fahr­zeug ir­gend­wann auch wie­der zum ste­hen ge­bracht wer­den muss. Am Ende der Fahrt, also am Ziel­ort, ist das selbst­ver­ständ­lich ge­wünscht. Das Pro­blem ist, dass wir auch un­ter­wegs stän­dig ab­brem­sen und er­neut be­schleu­ni­gen müs­sen, sei es vor Am­peln, im Kreis­ver­kehr, oder weil ein Fuss­gän­ger über die Strasse will, ge­schweige denn ein Reh. Dies be­deu­tet, dass das Fahr­zeug nicht nur am An­fang der Fahrt in Be­we­gung ge­bracht wer­den muss, son­dern die­selbe En­er­gie muss im­mer wie­der auf­ge­wen­det wer­den. Hier kön­nen wir durch vor­aus­schau­en­des, “de­fen­si­ves” Fah­ren gros­sen Ein­fluss nehmen.

Hier sind meine kon­kre­ten Tipps für spar­sa­mes Autofahren. Achtung: Diese Tipps gel­ten in ers­ter Li­nie für Au­tos mit Hand­schal­tung. Bei Fahr­zeu­gen mit Au­to­ma­tik­ge­triebe sind die Mög­lich­kei­ten zur Ein­fluss­nahme geringer.

Mo­tor nicht warm­lau­fen lassen

Be­son­ders im Win­ter hat man frü­her gerne die Mo­to­ren von Fahr­zeu­gen fünf bis zehn Mi­nu­ten vor der Fahrt an­ge­las­sen und im Leer­lauf dar­auf ge­war­tet, dass der Mo­tor warm­läuft. Ein Mo­tor in war­mem Be­triebs­zu­stand läuft na­tür­lich in der Tat pro­blem­lo­ser als ein kal­ter Mo­tor. Aus­ser­dem hat man dann als Fahr­zeug­in­sasse den Lu­xus, vom ers­ten Mo­ment an ein war­mes Fahr­zeu­gin­ne­res vor­zu­fin­den, weil die Hei­zung be­reits funk­tio­niert, wes­we­gen auch die Schei­ben et­was freier blei­ben. Das Pro­blem ist das, dass der Mo­tor im Leer­lauf deut­lich län­ger braucht, um warm zu wer­den, als bei nor­ma­ler Fahrt. Der da­bei ver­brauchte Treib­stoff ist ver­schwen­det, be­son­ders weil heu­tige Mo­to­ren auch im kal­ten Zu­stand gut an­sprin­gen (es sei denn, die Bat­te­rie macht nicht mit, aber dann hat man oh­ne­hin ein Pro­blem) und an­fah­ren. Bin­nen we­ni­ger Mi­nu­ten setzt die Hei­zung ein. Die Schei­ben müs­sen selbst­ver­ständ­lich vor der Fahrt frei­ge­kratzt und sau­ber ge­macht wer­den. (diese Zeit aber kei­nes­falls zum warm­lau­fen las­sen des Mo­tors be­nut­zen!) Ein leich­tes Öff­nen des Fah­rer– oder Bei­fah­rer­fens­ters hilft da­bei, dass die Front­scheibe nicht so­fort wie­der be­schlägt. Falls ihr Wa­gen über eine Kli­ma­an­lage ver­fügt, soll­ten Sie diese jetzt ein­schal­ten. Jede Kli­ma­an­lage ent­feuch­tet die Luft, was be­son­ders in die­ser Si­tua­tion und all­ge­mein bei feuch­ter Wit­te­rung sehr hilf­reich ist und ei­nen Be­schlag der Schei­ben verhindert.

Im Som­mer ist ein warm­lau­fen las­sen des Mo­tors oh­ne­hin völ­li­ger Unsinn.

Wei­te­rer Hin­weis: Frü­her musste man bei ge­wis­sen Au­to­mo­del­len noch Gas ge­ben wäh­rend dem Mo­tor an­las­sen. Heut­zu­tage reicht es, den Mo­tor durch dre­hen des Zünd­schlüs­sels anzulassen.

Im Still­stand Mo­tor ausschalten

Ein im Still­stand lau­fen­der Mo­tor ver­braucht völ­lig un­nö­tig Treib­stoff für nichts als die ei­gene Be­quem­lich­keit, vor der Ab­fahrt den An­las­ser nicht er­neut be­tä­ti­gen zu müs­sen. Na­tür­lich ist es so, dass der Vor­gang des An­las­sens et­was Sprit ver­braucht. Vor über 20 Jah­ren gab es die ers­ten Ver­su­che, die Au­to­fah­rer dazu zu brin­gen, beim War­ten vor Am­peln und Bahn­über­gän­gen den Mo­tor aus­zu­schal­ten. Es galt die De­vise, dass bei län­ger als 5 Se­kun­den dau­ern­dem Still­stand das Ab­schal­ten lohnt. Letz­tes Jahr las ich von ei­ner Stu­die des TCS, in der es hiess, die op­ti­male Zeit sei ab­hän­gig von ver­schie­de­nen Fak­to­ren, wie Fahr­zeug­typ und Be­triebs­tem­pe­ra­tur des Mo­tors. Ab 20 Se­kun­den werde aber in je­dem Fall Treib­stoff ge­spart. Ich sel­ber halte mich eher an die 5-Sekunden-Regel. Al­ler­dings ist es manch­mal schwie­rig, etwa vor Am­peln, vor­aus­zu­se­hen, wie lange der Halt dau­ern wird. Da mein Wa­gen aber pro­blem­los an­springt, stelle ich ihn ten­den­zi­ell lie­ber ein­mal zu­viel ab.

Beim Be­schleu­ni­gen Voll­gas ge­ben und Gänge überspringen

Die­ser Rat er­scheint viel­leicht pa­ra­dox, weil wir Voll­gas mit “Ka­va­lier­starts” und viel Sprit­ver­brauch as­so­zi­ie­ren. Das ist aber nicht ge­meint. Man hat hier von den Solar-Rallies, die vor Jah­ren re­gel­mäs­sig statt­ge­fun­den ha­ben, ge­lernt. Die So­lar­mo­bil­for­schung hat her­aus­ge­fun­den, dass es bei Elek­tro­an­trie­ben am wir­kungs­volls­ten ist, wenn man beim An­fah­ren mit vol­ler Kraft (aber ohne durch­dre­hende Rei­fen!) be­schleu­nigt, um so rasch wie mög­lich auf Rei­se­ge­schwin­dig­keit zu kom­men. Nach Er­rei­chen der ge­wünsch­ten Rei­se­ge­schwin­dig­keit lässt man das Gas­pe­dal los, bzw. be­tä­tigt es nur noch ge­rade so stark, dass die Ge­schwin­dig­keit ge­rade ge­hal­ten wird. Da­mit ver­rin­gert man die En­er­gie, die not­wen­dig ist, um die Mas­sen­träg­heit und Rei­bungs­ver­luste zu über­win­den. Und diese Er­kennt­nisse gel­ten eben nicht nur für Elek­tro­an­triebe, son­dern ge­nauso auch für Die­sel– und Ben­zin­mo­to­ren so­wie de­ren Kraft­über­tra­gung auf die Strasse.

Die Sa­che mit dem Über­sprin­gen von Gän­gen ist die, dass je­der Schalt­vor­gang Treib­stoff ver­braucht, weil der Mo­tor nicht so­fort auf Leer­lauf geht, wenn aus­ge­kup­pelt wird, son­dern nur lang­sam her­un­ter­dreht. Bei ei­nem rou­ti­nier­ten Fah­rer, der kaum Zeit für das Schal­ten be­nö­tigt, hat der Mo­tor gar keine Zeit zum rea­gie­ren son­dern dreht quasi mun­ter auf der letz­ten Dreh­zahl wei­ter, ohne dass diese Kraft auf die Strasse über­tra­gen wer­den kann. Die An­zahl Schalt­vor­gänge sollte man da­her so weit wie mög­lich re­du­zie­ren, und das ge­lingt am Bes­ten, wenn man beim An­fah­ren Gänge über­springt, und beim Brem­sen über­haupt nicht schal­tet son­dern nur die Kupp­lung durch­drückt (siehe un­ten, nicht mit dem Mo­tor brem­sen). Bei mei­nem ak­tu­el­len Fahr­zeug (ein 2-Liter Benziner-Kombi) be­schleu­nige ich sehr be­quem und stress­frei wie folgt:

  1. Im ers­ten Gang anfahren
  2. Nach we­ni­gen Me­tern den drit­ten Gang ein­le­gen, nach dem Ein­kup­peln Voll­gas geben
  3. Ab etwa 30 km/h in den fünf­ten Gang hoch­schal­ten, Voll­gas ge­ben, bis die Ziel­ge­schwin­dig­keit 50 / 80 / 120 er­reicht ist.

Da wir uns, dank ra­schem Schal­ten, im­mer in nied­ri­gen Dreh­zahl­be­rei­chen be­we­gen, ha­ben we­der Bei­fah­rer noch Aus­sen­ste­hende den Ein­druck, dass hier je­mand “mit Voll­gas fährt”. Meine Be­ob­ach­tung ist, dass ich etwa gleich lang­sam oder ra­sant an­fahre, wie je­mand, der dies nach her­kömm­li­cher Fahr­weise tut.

Dar­aus folgt auch, dass mein Auto ab 30 km/h im fünf­ten Gang fah­ren kann. Dies ist na­tür­lich vom Typ des Fahr­zeugs ab­hän­gig. Und na­tür­lich funk­tio­niert das nur auf ebe­ner oder ab­schüs­si­ger Strasse. Auf Stei­gun­gen kann der fünfte Gang erst bei hö­he­ren Ge­schwin­dig­kei­ten, oder je nach­dem gar nicht, be­nutzt werden.

Mög­lichst ho­hen Gang benutzen

…oder mit mög­lichst nied­ri­ger Dreh­zahl fah­ren — das läuft auf das­selbe hin­aus. Dies re­du­ziert auch die Laut­stärke des Mo­tors und ist so­mit für die Au­to­in­sas­sen an­ge­neh­mer. Nied­rige Dreh­zah­len be­deu­ten, dass die Brenn­kam­mer der Ver­bren­nungs­mo­to­ren we­ni­ger häu­fig ge­zün­det wird. Vor je­der Zün­dung wird die Brenn­kam­mer mit Treib­stoff ge­füllt, bei je­der Zün­dung wird die­ser Treib­stoff ver­brannt. Wenn die An­zahl Zün­dun­gen pro Se­kunde re­du­ziert wer­den kann, spart man Treib­stoff. So ein­fach ist das. Nun ist es zwar so, dass es eine Dreh­zahl mit op­ti­ma­lem Dreh­mo­ment gibt. Diese wird in den tech­ni­schen Da­ten zu je­dem Auto auch im­mer an­ge­ge­ben. Diese op­ti­male Dreh­zahl liegt bei Per­so­nen­wa­gen in der Re­gel ir­gendwo zwi­schen 3000 und 5000 Um­dre­hun­gen pro Se­kunde. Das be­deu­tet aber nicht zwin­gend, dass man nur bei die­ser Tou­ren­zahl spar­sam fährt. Es hängt von der ge­wünsch­ten Ge­schwin­dig­keit ab. Bei fest vor­ge­ge­be­ner Tem­po­li­mite, sei sie in­ner­orts 50 km/h, aus­ser­orts 80 km/h oder auf der Au­to­bahn 120 km/h, ist es grund­sätz­lich am Bes­ten, sich an die Re­gel “höchst­mög­li­cher Gang” — in al­len die­sen Fäl­len da­her der höchste ver­füg­bare, heut­zu­tage meis­tens der fünfte — zu hal­ten. Auf deut­schen Au­to­bah­nen kann man hin­ge­gen die “op­ti­male Tourenzahl”-Regel be­nut­zen: Be­schleu­ni­gen in den höchs­ten Gang, und dann auf die op­ti­male Dreh­zahl, was auch im­mer sich da­mit für eine Ge­schwin­dig­keit ein­stellt. Mit die­ser Fahr­weise fährt man auch auf lan­gen Stre­cken am sparsamsten.

Auf Stei­gun­gen ist der­je­nige Gang der rich­tige, bei dem das Fahr­zeug ge­rade noch nicht lang­sa­mer wird.

Aus­rol­len las­sen statt bremsen

Diese Re­gel läuft auch un­ter dem Ti­tel “vor­aus­schau­en­des Fah­ren”. Im Prin­zip gilt: Wenn ich brem­sen muss, dann habe ich vor­her un­nö­tig be­schleu­nigt und da­für un­nö­tig Treib­stoff ver­braucht. Diese Re­gel gilt nicht für Elek­tro­mo­bile mit Re­ku­pe­ra­ti­ons­an­trieb, bei de­nen die beim Brem­sen frei wer­dende En­er­gie wie­der in Strom um­ge­wan­delt und in die Bat­te­rie zu­rück­ge­führt wird. Ob­wohl auch dort gilt, dass we­gen der nicht-optimalen Wir­kungs­grade letzt­lich En­er­gie un­nö­tig ver­nich­tet wird. Op­ti­mal wäre, wenn ich ge­rade so stark be­schleu­nige, dass ich an­schlies­send den Fuss vom Gas neh­men und den Wa­gen bis am Ziel­ort aus­rol­len las­sen kann. Um dem Aus­rol­len mög­lichst we­nig Wi­der­stand ent­ge­gen zu set­zen, kön­nen wir aus­kup­peln und den Gang­schalt­he­bel in die neu­trale Po­si­tion be­we­gen (Nach­trag: Di­verse Feed­backs ha­ben mich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Aus­kup­peln schlecht sei, weil mo­derne Mo­to­ren eine au­to­ma­ti­sche Schub­ab­schal­tung ken­nen, die dazu führt, dass beim Aus­rol­len die Ben­zin­zu­fuhr ge­stoppt und so­mit kein Treib­stoff ver­braucht wird. Beim Aus­kup­peln hin­ge­gen muss der Mo­tor im Leer­lauf ge­hal­ten wer­den, was eine kleine Menge Ben­zin er­for­dert). Manch­mal gehe ich so­gar so­weit, dass ich, so­bald ich er­kenne, dass ich in, sa­gen wir, 100 Me­ter, brem­sen muss, weil die Am­pel ge­rade auf rot ge­sprun­gen ist, dann kupple ich aus, nehme den Gang raus, schalte den Mo­tor aus, und lasse mich bis zur Am­pel rol­len. Erst kurz vor­her gehe ich noch auf die Bremse, um den Wa­gen kom­plett zum Still­stand zu brin­gen. Na­tür­lich muss man da­bei wis­sen, dass man­che Fahr­zeuge bei ge­dreh­tem Schlüs­sel und ei­ner Dre­hung des Lenk­ra­des die Lenk­rad­blo­ckie­rung ak­ti­vie­ren. Wenn es also noch um die Kurve geht und man ein sol­ches Auto hat, dann sollte man den Zünd­schlüs­sel tun­lichst nicht aus­schal­ten, be­vor der Wa­gen steht.

Wenn dann die Am­pel wie­der auf grün springt, lässt man den Mo­tor wie­der an und fährt weiter.

Nicht mit dem Mo­tor bremsen

Frü­her hat man ge­lernt, mit dem Mo­tor zu brem­sen. Dazu legt man ei­nen nied­ri­gen Gang ein und lässt die Kupp­lung lang­sam los. Da­bei heult der Mo­tor auf, weil er in hö­here Dreh­zah­len ge­zwun­gen wird, gleich­zei­tig wird das Fahr­zeug ab­ge­bremst. Die­sen Me­cha­nis­mus kann man zum Ab­brem­sen von hö­he­ren auf nied­ri­gere Ge­schwin­dig­kei­ten be­nut­zen, oder auch, etwa auf ab­schüs­si­gen Pass­stras­sen, zum ver­hin­dern, dass das Fahr­zeug von selbst schnel­ler wird — ohne dazu die Bremse zu be­nut­zen. Dazu muss man sa­gen, dass lange Zeit die Brems­sys­teme nicht für hohe Leis­tun­gen oder für län­ge­ren Ein­satz ge­baut wur­den und nur für we­nige starke Brems­ma­nö­ver hin­ter­ein­an­der taug­ten. Nach ei­ner ge­wis­sen Zeit über­hitz­ten sie und ver­sag­ten. Die Brems­sys­teme wur­den aber ste­tig wei­ter­ent­wi­ckelt. Mo­derne Brem­sen sind (seit un­ge­fähr 20 Jah­ren) bes­tens in der Lage, auch län­gere Pass­fahr­ten un­be­scha­det zu über­ste­hen. Die­ser Grund für den Ein­satz der Mo­tor­bremse ist da­her hin­fäl­lig ge­wor­den. Und aus Spar­sam­keits­grün­den (siehe oben) sollte ein Mo­tor nicht in hö­he­ren Dreh­zahl­be­rei­chen ar­bei­ten. Des­halb sollte man heut­zu­tage beim Brem­sen wie folgt vorgehen:

  1. Aus­kup­peln
  2. Gang­schalt­he­bel in neu­trale Stel­lung brin­gen (“Gang raus”)
  3. brem­sen so­weit wie notwendig.

Rei­fen­druck kontrollieren

Der fol­gende Ab­schnitt ent­stammt dem VCS Ma­ga­zin vom 1. März 2009:

Je we­ni­ger Luft im Rei­fen ist, desto grös­ser ist die Auf­la­ge­flä­che und da­mit der Roll­wi­der­stand. Das wie­derum ver­braucht mehr En­er­gie. Be­reits bei 0,2 bar zu­we­nig Druck steigt der Treib­stoff­ver­brauch um 1 Pro­zent. Aus­ser­dem ist die Le­bens­dauer von rich­tig ge­pump­ten Rei­fen deut­lich hö­her: 85 Pro­zent der Rei­fen­plat­zer sind auf schlei­chen­den Druck­ver­lust zu­rück­zu­füh­ren. Auch die Fahr­si­cher­heit steigt deut­lich. Das An­ti­blo­ckier­sys­tem (ABS) und das elek­tro­ni­sche Sta­bi­li­täts­pro­gramm (ESP) funk­tio­nie­ren nur mit ex­ak­tem Luf­druck ein­wand­frei. Der emp­foh­lene Rei­fen­druck des Her­stel­lers stellt ei­nen Kom­pro­miss zwi­schen Kom­fort, Treib­stoff­ver­brauch und Si­cher­heit dar. Die­ser Druck kann pro­blem­los um 0,5 bar er­höhrt wer­den. So wer­den etwa 3 Pro­zent Treib­stoff ge­spart, bei nur leicht ge­rin­ge­rem Fahrkomfort.

Ein Rei­fen ver­liert pro Mo­nat im Durch­schnitt 0.1 bar an Druck und sollte idea­ler­weise mo­nat­lich, min­des­tens aber alle zwei Mo­nate ge­prüft werden.

Rechts fah­ren!

Nein, das hat na­tür­lich nichts mit spar­sa­mem Fah­ren zu tun. :-) Viel­mehr ist es äus­serst ner­vig, wenn die rechte Fahr­spur im­mer frei bleibt und man da­für auf der lin­ken Fahr­spur nicht mehr über­ho­len kann, weil die Leute mit knapp 110 links fah­ren. In der Schweiz (und, so­weit ich weiss, auf dem gan­zen eu­ro­päi­schen Fest­land) gilt im­mer noch das Rechts­fahr­ge­bot. Die­ses be­deu­tet, dass man grund­sätz­lich auf der­je­ni­gen Fahr­bahn zu fah­ren hat, die am wei­tes­ten rechts liegt, aus­ser es han­delt sich da­bei um eine be­son­ders mar­kierte Spur, etwa eine Bus­spur oder eine Ab­bie­ge­spur. Falls meh­rere Fahr­spu­ren zur Ver­fü­gung ste­hen, etwa auf Au­to­bah­nen, dann be­nutzt man die wei­ter links lie­gen­den Fahr­spu­ren nur zum Über­ho­len. Und es gibt harte Stra­fen fürs rechts-Überholen. Also: Vor mir fährt ein Auto, das ich über­ho­len möchte. Ich wechsle eine Fahr­spur nach links, über­hole, und wechsle wie­der zu­rück nach rechts. So ein­fach könnte es sein. Wenn sich alle daran hal­ten wür­den, wä­ren die Stras­sen plötz­lich viel breiter.

Schluss­wort

Wenn man alle diese Rat­schläge be­her­zigt, dann fährt man be­son­ders spar­sam Auto. Wie­viel man ge­nau in Li­tern Treib­stoff oder Fran­ken ein­spart, ist na­tür­lich schwer zu be­zif­fern. Ich ver­mute, dass es für mich etwa ei­nen hal­ben Li­ter pro 100 km aus­macht. Ge­naue Mes­sun­gen habe ich al­ler­dings nicht durch­ge­führt. Aber heut­zu­tage soll­ten wir ja jede Ein­spar­mög­lich­keit be­grüs­sen, selbst wenn es sich nur um we­nige Pro­zent han­delt. Es braucht auch eine ge­wisse Um­lern­zeit, die al­ten Ge­wohn­hei­ten ab­zu­le­gen und sich neue Ge­wohn­hei­ten anzueignen.

Na­tür­lich darf der Hin­weis nicht feh­len, dass man am meis­ten Treib­stoff spart, wenn man über­haupt nicht fährt. Dies kann man aber nicht in je­dem Fall sel­ber be­ein­flus­sen. Das öffent­li­che Ver­kehrs­sys­tem in­ner­halb und zwi­schen den Städ­ten ist der­art gut aus­ge­baut, dass für sol­che Trans­porte kaum noch Au­tos not­wen­dig sind. Hier sollte man sich über­le­gen, ob man nicht doch be­reit ist, auf die Be­quem­lich­keit, vor der Haus­tür ins Auto stei­gen zu kön­nen, zu ver­zich­ten und zur nächs­ten Bus­hal­te­stelle zu ge­hen. Aus­ser­halb der Zen­tren und für den Wa­ren­trans­port da­ge­gen ist das Auto aber nach wie vor ein vor­teil­haf­tes Verkehrsmittel.

So, da­mit wün­sche ich viel Spass beim Treib­stoffspa­ren! :-)

…und las­sen Sie es mich wis­sen, wenn Sie Ihre ei­ge­nen wert­vol­len Tipps haben.

10 Kommentare zu “Spar­sam Au­to­fah­ren: So gehts!”

  1. Bolliger Hansjörg sagt:

    Ihre Tipps sind wirk­lich gut. Da könnte viel drin lie­gen!
    Lei­der sieht die Rea­li­tät auf un­se­re­ren Au­to­bah­nen so aus, dass je­der meint, er könne zwei Se­kun­den spa­ren, wenn er über­holt — oder eben auf der lin­ken Spur bleibt. Dass viele Au­to­fah­rer, wenn sie über­holt ha­ben, haar­scharf vor mir wie­der rechts ein­bie­gen, hat mit Re­spekt­lo­sig­keit zu tun. Man darf ja in sol­chen Fäl­len nicht mal auf die Hupe drü­cken!
    Mein Fa­zit als Viel­au­to­fah­rer: Be­keh­rung zum slow-drive und de­fen­si­ver Fahr­weise. Fällt nicht im­mer leicht, aber mich ent­las­tet es. Es ist ja nicht nur der Sprit­ver­brauch, son­dern auch der Blut­druck, der sinkt.

  2. Flugente sagt:

    Der Tipp mit dem aus­kup­peln ist nur be­dingt sinn­voll — Fahr­zeuge, die eine Ein­spritz­re­gu­lie­rung ha­ben (selbst mein 10 Jahre al­ter Opel hat das!) pum­pen kein Ben­zin mehr wenn der Wa­gen rollt ABER ein Gang ein­ge­legt ist…

  3. Marianne Maurer sagt:

    Hi da­niel, end­lich habe ich mir die zeit ge­nom­men, deine fahr­tipps zu le­sen. Ich bin auch dei­ner mei­nung, en­er­gie­spa­ren lohnt sich der um­welt zu liebe im­mer, auch wenn es nur we­nig ist.

  4. Florian Kaiser sagt:

    Bei 30 in den fünf­ten Gang? Da bleibt der Mo­tor be­stimmt nicht an. Ich hab bei 50 im fünf­ten nicht­mal 1300 u/min, bei 30 wä­ren es dann wohl 500.

  5. Daniel sagt:

    Das geht durch­aus, Flo­rian. Prin­zi­pi­ell geht es ein­fach darum, mög­lichst nie­der­tou­rig zu fah­ren. Aber na­tür­lich hängt die kleinst­mög­li­che Tou­ren­zahl von der Kraft des Mo­tors ab. Mein 2-Liter-Motor läuft ab ei­ner Dreh­zahl von 800 Tou­ren ru­hig, ab 1000 Tou­ren kann ich (auf ebe­ner Strasse) be­schleu­ni­gen, so­gar Voll­gas ge­ben. Aber, klar, er geht dann nicht ab wie die Post, Ka­va­lier­starts sind ab 1000 Tou­ren nicht mög­lich. Ganz ab­ge­se­hen da­von dass Ka­va­lier­starts we­der er­wünscht noch spar­sam sind.

    Kann also gut sein, dass die un­tere Grenz­tou­ren­zahl für den höchs­ten Gang je nach Auto– und Mo­tor­typ et­was ver­schie­den ist. Bei ru­hi­ger Fahr­weise müsste es aber bei fast je­dem Mo­tor ab un­ge­fähr 1000 Tou­ren ge­hen.
    [Er­gän­zung 21.5.] Ab wel­cher Ge­schwin­dig­keit dies im höchs­ten Gang geht, hängt aber si­cher­lich vom Ge­triebe ab, ja. Es kann schon sein, dass dein Auto erst ab 40 km/h im höchs­ten Gang auf 1000 Tou­ren kommt.

  6. Olivier S sagt:

    Das mit dem Aus­kup­peln stimmt si­cher nicht. Fast alle Au­tos ha­ben heute eine so­ge­nannte Schub­ab­schal­tung, d.h, dass eben kein Sprit ver­braucht, wenn man den Mo­tor brem­sen lässt.

    Vor al­lem bei Fahr­ten über Land ist es sinn­voll den Schwung der Masse aus­zu­nut­zen. D.h. wenn die Strasse in eine Senke geht et­was be­schleu­ni­gen, da­mit man die nächste Stei­gung, eben mit mehr Schwung, be­wäl­ti­gen kann. Vor­aus­schau­en­des Fah­ren gilt auch ganz spe­zi­ell bei den Krei­seln. Hier könnte oft­mals viel En­er­gie ge­spart wer­den, wenn nur alle die nö­tige Auf­merk­sam­keit hätten.

  7. Daniel sagt:

    Oli­ver, du bist nicht der ein­zige, der den Tipp mit dem Aus­kup­peln kri­ti­siert. Of­fen­bar muss ich den Punkt raus­neh­men oder klar­stel­len. Wich­tig ist ja, dass man kein Gas mehr gibt und erst di­rekt vor dem Hin­der­nis (etwa der Am­pel) bremst, son­dern den Wa­gen aus­rol­len lässt und so we­ni­ger Ben­zin ver­braucht und am Ende we­ni­ger stark brem­sen muss. Bei mei­nem ak­tu­el­len Wa­gen ist es noch so, dass er ra­scher an Fahrt ver­liert, wenn ich nur vom Gas gehe, als wenn ich noch aus­kupple. Das ist manch­mal von Vor­teil, manch­mal ein Nach­teil, des­halb kupple ich je nach Si­tua­tion manch­mal aus und manch­mal nicht.

  8. Juli sagt:

    aus­kup­pel ver­braucht mehr sprit als Mo­tor­bremse, das Auto hält ja im Leerlauf(und nichts an­de­res ist Aus­kup­pel) die Min­dest­dreh­zahl auf­recht um nicht aus­zu­ge­hen. wenn man ein­fach nur vom Gas geht, also kei­nen Treib­stoff mehr rein­pumpt dreht sich der Mo­ter ein­fach durch das Fah­ren vom Mo­tor und das ver­bra­cuht kei­nen Trop­fen sprit!

  9. Dora Haesneut sagt:

    Hallo,

    tol­ler Ar­ti­kel, schön dass du diese Tips zu­sam­men­ge­fasst hast.
    Was noch fehlt ist un­nö­ti­ges Ge­wicht los­zu­wer­den (Käs­ten, Werk­zeuge, Schwie­ger­mut­ter, Kin­der­sitze die nicht be­nutzt wer­den, Er­satz­rad kann man durch tire-fit ersetzen…

    Das mit dem aus­schal­ten finde ich eine schlechte Idee. Ich kenne zwar kei­nen Wa­gen wo das Lenk­rad­schloss ein­ras­tet wenn der Schlüs­sel noch im Schloss ist, aber Brem­sen und Len­kung kön­nen schnell schwer­gän­gi­ger werden.

  10. Daniel sagt:

    Das ist rich­tig, bei aus­ge­schal­te­tem Mo­tor kön­nen Brem­sen und Len­kung schnell schwer­gän­gig wer­den. Man muss halt ein­fach da­mit um­ge­hen kön­nen und mehr Kraft auf­wen­den, dann geht das schon.

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