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Patchwork Familie

See­lensee hat am 16/3/2003 gefragt:
Hallo,hab zwar null Ahnung ob ich hier richtig bin,aber da ist etwas was mich je länger je mehr belastet.Mein Part­ner und ich sind seit 3Jahren zusammen,ich habe 2 Jungs aus der Ehe mit meinem ver­stor­be­nen Mann und let­ztes Jahr kam noch unser gemein­samer Sohn dazu.Abgesehen von ein­er Beziehungskrise haben wir des öftern auch Stre­it wegen der Erziehung.Ich vertrete oder kann seine Ansicht­en zu wenig vertreten und er find­et die meini­gen total daneben.Er ist mir zu streng,zu herrschend und zu laut,ich schütze meine Kids davor und ver­let­ze ihn damit.Ich merk ein­fach dass ich mich nicht total umpolen lassen möchte,und denke wenn,dann müsste auch er etwas ändern und etwas von seinen Grund­sätzen und Wertvorstel­lun­gen abkommen.Ich weiss nicht mehr weiter,jedesmal disku­tieren wir darüber aber ich merk dann auch,dass es für mich so nicht stimmt.WAS tun?

Daniel_heiniger hat am 22/6/2003 geantwortet
Bei Erziehungs­fra­gen ist lei­der das Ei des Kolum­bus noch nicht gefun­den wor­den. Es gibt so viele Erziehungsan­sätze, wie es Väter und Müt­ter gibt. Welch­er davon richtig oder falsch ist, kann wohl kaum jemand wirk­lich beurteilen.

Meine per­sön­liche Mei­n­ung (und auch die viel­er Experten) ist die, dass eine Erziehung “fre­undlich aber kon­se­quent” sein sollte.


Du schreib­st wenig über Deinen eige­nen Erziehungsstil; Deine Hin­weise auf den­jeni­gen Deines Fre­un­des deuten jedoch darauf hin, dass er wenig Geduld hat und schnell laut wird.


Wäre es vielle­icht hil­fre­ich, wenn Ihr Euch darauf ver­ständi­gen kön­ntet, dass Du ihm über ein Sig­nal (z.B. eine Berührung am Arm) zu ver­ste­hen geben kannst, dass er jet­zt wieder zu weit geht oder zu laut wird. Kinder brauchen und wollen auch Gren­zen geset­zt bekom­men. Sie fordern dies ja häu­fig ger­adezu her­aus. Und Gren­zen­losigkeit ist auch schädlich. Allzu enge Gren­zen dage­gen ver­hin­dern ihre Entfaltung.


Nüt­zlich wäre es, wenn Ihr Euch unter vier Augen mit diesen Fra­gen auseinan­der­set­zt. Dabei soll­tet Ihr Abmachun­gen tre­f­fen darüber, wer wann find­et, dass der Part­ner jet­zt zu weit gegan­gen ist bzw. zu large war. Ich denke allerd­ings, dass die grund­sät­zliche Rol­len­verteilung schon stim­mig ist: Dass näm­lich der Mann im Hause streng ist und die Mut­ter etwas beschützend sein darf. Ihr müsst nur auf­passen, dass Ihr Euch vor den Kindern gegen­seit­ig heruter­ma­cht, was dazu führt, dass sie jeden Respekt ver­lieren. Ausser­dem beste­ht die Gefahr, dass die Kinder die unter­schiedlichen Erziehungsvorstel­lun­gen auszunützen ver­suchen. Kom­pro­miss­bere­itschaft auf bei­den Seit­en ist dazu allerd­ings wohl Voraus­set­zung. Wenn das nicht funk­tion­iert, möchte ich Euch gerne eine Ther­a­pie empfehlen, und zwar bei einem Paar- oder Fam­i­lien­ther­a­peuten. Diese neu­trale und unab­hängige Per­son wird mithelfen, dass Ihr wieder aus diesem Teufel­skreis her­aus­find­en könnt.


Her­zliche Grüsse und viel Mut

— Daniel

Link zum Orig­i­nal­post bei wetellyou.ch

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